Eine wahre Kennenlerngeschichte

Geständnis eines frisch Verliebten

Ich war damals 47 Jahre alt. 3 Jahre geschieden und etwas frustriert. Sollte ich jemals wieder eine Chance bekommen? Mich so richtig in eine Frau verlieben können, der ich auch gefalle?

Was brachte mich damals mit meiner ersten Frau auseinander? Ich war mehr der verspielte, amüsante, sportliebende Ehemann und sie das glatte Gegenteil. Immer ernst, häufig schlecht gelaunt, als ob das Leben nur eine Last ist.

Ich sollte immer meinen Hobbys alleine nachgehen. Und wenn man dann nachts mal Mann sein wollte, fuehlte sich MANN wie ein Bittsteller.

Sie wollte nicht mein Leben, meine Art mit mir teilen! Wir distanzierten uns, waren so weit voneinander entfernt, obwohl wir zusammenwohnten. Sie wurde fast schon wie die Schwiegermutter. Konnte ich das damals als junger Bräutigam ahnen? Würde ich nochmals so jung und unerfahren heiraten? Sind wir nicht alle bis ca. 40 wie kleine Abenteurer, die alles ausprobieren und vor lauter Leidenschaft viele Dinge üebersehen und nicht wahrnehmen können / wollen?

Wie geht es weiter?
Ich erinnerte mich dann an einem Regentag an einen meiner ersten Urlaube in Südamerika. Die Leichtigkeit der Leute, dort mit Problemen umzugehen und sie zu meistern, wo wir als verwöhnte Deutsche verzagen würden. Die natürliche Ausstrahlung einer unverdorbenen Freundlichkeit, das nette Lächeln, wenn man dort mit Einheimischen spricht. Die Wärme der Herzen, die immer vorhandene Hilfsbereitschaft und vieles mehr.

In meiner alten Wohnung bei Frankfurt bekam man schon ein schlechtes Gefühl, wenn man nur einen Nachbarn im gleichen Gebäude auf der Treppe grüßt. Manche erwidern darauf nichts, bei anderen hat man das Gefühl, ein Lächeln sei eine Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte oder gar ein Angriff in die Intimsphäre. Kennen Sie das?

Lateinamerikaner haben ein anderes Verhältnis zu ihren Mitmenschen. Sie wollen niemandem etwas böses, sie lieben den tagtäglichen Umgang, sei es im dichtgedrängten Minibus, in einer uferlosen Schlange in einer Bank, nirgends sieht man grimmige Gesichter. Man spricht miteinander, als ob man sich kennt, und sieht den Alltag positiv, will die kleinen netten Gesten des Gegenübers schätzen, man erfreut sich daran und reagiert auf Zwischenmenschliches einfach liebenswürdig.

Das sind Dominikaner und Dominikanerinnen.

Und da bekam ich die Idee? Ich suchte sämtliche Seiten und Anzeigen heraus, wo ich etwas über dieses Land lesen konnte. Und mir stach ein Service ins Auge, den ich dann 2 Wochen später nutzte. Es war eine Partnervermittlung, die ausschliesslich nur Dominikanerinnen vermittelt und dort auch ihren Stützpunkt hat.

Mir fielen 2 wunderhübsche Frauen ins Auge, zu denen ich unbedingt fliegen wollte. Alles wurde von den dortigen Betreuern vorher abgestimmt. Ich sendete ein paar Fotos von mir und beschrieb mich. Die Frauen reagierten und erwiderten über Tage, was fuer sie wichtig war. Es waren nette Gesten der beiden Kandidatinnen und ihre Art, mir zu antworten gefiel mir sehr.

Dann kam der Tag der Landung. Ich war gespannt und dachte noch im Flugzeug, dass das alles etwas komisch sei. Meine Schüchternheit besetzte wieder ärgerlicherweise voll das Revier. Ich war nicht mehr Herr meines Körpers und meiner Eleganz. Ich fühlte mich trotz meiner Reife für Stunden wie ein kleiner Junge.

Was passierte dann? Ich war von dem Mädchen, das mich mit den Betreuern am Flughafen abholen sollte, so begeistert, dass ich die andere Kandidatin niemals zu Gesicht bekommen sollte. Ich wollte meine Nummer 2 gar nicht mehr sehen!

Wir verlebten dann sehr schöne Wochen, und es war oft lustig für andere anzusehen. 2 eng umschlungene Verliebte über Tage, die immer ein dickes Wörterbuch mit sich führten (ich sprach damals aber auch kein einziges Wort spanisch) schmusend, lachend, mit Hände und Füssen ringend spazieren zu sehen.

Wir wurden von den Betreuern, die selber ein deutsch-dominikanisches Ehepaar sind intensive betreut. Wir unternahmen viel und uns wurden Möglichkeiten gegeben, uns so richtig kennenzulernen.

4 Monate später ... ich kam sehr schnell wieder zurück, heirateten wir dann.
Es war eine Doppelhochzeit:

Meinem besten Freund, mit dem ich seit Jahren in einem Doppel-Haus wohne, hat mein Erlebnis so gut gefallen, dass er Wochen später herflog und die gleiche Prozedur ………. Nur der Zufall wollte es so, dass er sich dann Hals ueber Kopf in die beste Freundin meiner Freundin verliebte. Alle avisierten Vorstellungen wurden abgesagt.

Wir sind nun beide seit mehr als 4 Jahren verheiratet. Fast jades Jahr fliegen wir mit unseren Ehefrauen in ihre Heimat und geniessen dann immer alles. Wir machen gemeinsam Radtouren, wir fahren an schöne Strände, …. Und unser Leben in Deutschland ist mit unseren dominikanischen Frauen so interessant und lebensfroh wie nie zuvor.

Das ist unsere kleine Geschichte.
Udo und Sergio