Pressebericht
Artikel über
Online-Partnerschaften, erschien am 02.2.2009 in
Zeitschrift Leben und Glauben
Sie
blicken verführerisch, keck
oder geheimnisvoll, heissen Svetlana,
Tatjana oder Anastasia. Sie kommen aus Russland,
Moldawien oder Kasachstan, alle suchen sie den Mann fürs
Leben, und zwar mit Hilfe der Online-Partnervermittlung
Russische Königin. Die zierlichen Thailänderinnen
Sukhanya, Wanlee und Thitiphat wünschen sich ebenfalls
einen Heiratspartner, bestenfalls einen Mann aus
Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Dank des
Internet-Portals Valenthai soll dieser Wunsch in
Erfüllung gehen. Auch Herzblatt Karibik will einsame
Herzen zusammenführen. Wer eine Dominikanerin sucht,
wird bei der deutschen Agentur fündig: Die Damengalerie
umfasst rund fünfhundert Kandidatinnen – exotische
Schönheiten in kurzen Tops und mit einem Strahlen im
Gesicht.
Es war dieses Strahlen, das Uwe
Lenth auf den ersten Klick sympathisch war. Der
43-jährige Deutsche hat seine Ehefrau, die
zwanzigjährige Angie, im Online-Katalog der
Partnervermittlung Herzblatt Karibik entdeckt: „Von
Angie waren etwa zwölf Fotos online. Auf allen hat sie
gelacht. Das hat mich total fasziniert.“ Aus dieser
Faszination wurde Liebe: Nach einem dreimonatigen
Briefwechsel flog der Single in die Dominikanische
Republik. Die erste Begegnung mit Angie sei fantastisch
gewesen: „Sie war viel schöner als auf den Fotos und
sehr herzlich.“
Doch das
Glück war nur von kurzer Dauer, denn Uwe Lenth – ein
Unternehmer – musste wieder zurück nach Deutschland. „In
den darauffolgenden Wochen merkte ich, dass ich mit
Angie mein Leben verbringen möchte.“ Nach elf Monaten
und einem zweiten Treffen begann ihr gemeinsames Leben:
Im letzten Frühling zog Angie zu Uwe ins norddeutsche
Oldenburg, vor drei Wochen fand die Hochzeit statt, und
Anfang Mai kommt das Baby.
„Es war ein
Glücksgriff“, ist Uwe Lenth überzeugt. Auch mit der
Agentur Herzblatt Karibik, der er für die Vermittlung
rund 2700 Euro bezahlt hat, ist er zufrieden. Es war das
erste Mal, dass er eine Singlebörse in Anspruch genommen
hat – und er ist nicht der einzige: „Zahlen gebe ich
keine bekannt. Aber ich kann bestätigen, dass viele
Schweizer Männer ihre Partnerin im Ausland suchen“, sagt
Robert Schiebek, Geschäftsführer von Herzblatt Karibik.
„Sie wenden sich an mich, weil die Frauen in der Schweiz
zu karriereorientiert und egoistisch seien. Zudem sind
einige berufliche dermassen eingespannt, dass sie abends
keine Lust haben, sich in einer Bar nach einer Partnerin
umzuschauen.“
Auch Lars
Freitag, der Thailänderinnen an Europäer vermittelt,
kennt die Gründe für die globale Erweiterung des
Heiratsmarktes: „Viele Kunden sind der Ansicht, dass sie
die vermeintlich hohen Erwartungen der emanzipierten
Frauen nicht erfüllen können. Und weil sie die Rolle als
Ernährer und Familienoberhaupt ausleben möchten, suchen
sie eine familiäre, häusliche Partnerin, die ihre eigene
berufliche Karriere nicht in den Vordergrund stellt.“
Und die
Frauen? Welches sind ihre Gründe, sich in einem
Online-Katalog zu präsentieren? Lars Freitag: „Es kommt
nicht selten vor, dass ein thailändischer Mann zwei
Freundinnen gleichzeitig hat. Frauen mit Kindern werden
oft sitzengelassen. Westliche Männer dagegen gelten als
verantwortungsvoll und treu.“ Robert Schiebek kann das
bestätigen: „Dominikanerinnen wünschen sich einen Mann,
auf den sie sich verlassen können. Sie haben genug von
den leichtfertigen und oft ziemlich arbeitsscheuen
Einheimischen.“
Dass die
Partnervermittlung für manche Dominikanerinnen bloss ein
Weg ist, aus den ärmlichen Verhältnissen auszubrechen,
glaubt Schiebek nicht: „Die meisten meiner
Kunden sind nicht reich. Sie haben höchstens ein etwas
über dem Durchschnitt liegendes Einkommen.“ Ausserdem
müsse er bei manchen Frauen regelrecht
Überzeugungsarbeit leisten: „Sie haben Angst, in der
Ferne zu einer Arbeit in einem Nachtclub gezwungen zu
werden.“ Permanente Kritiker und Pessimisten wolle er
aber sowieso nicht zu seinen Interessenten zählen.
„Herzblatt Karibik braucht spontane und lebensfrohe
Menschen. Ausserdem trage ich mit meiner Agentur zu
neuem Glück bei, zu neuen Familien. Das ist etwas
Wundervolles.“
Doch auch Uwe
Lenth hatte seine Zweifel: „Ich war lange ein Gegner von
Online-Partnervermittlungen. Man hört ja viel
Negatives.“ Zufälligerweise habe er dann aber einen
Fernsehbericht über Herzblatt Karibik gesehen. „Später
ging ich einfach mal online, guckte mich ein wenig um –
und blieb beim Foto von Angie hängen.“ Seine Bedenken
lösten sich schliesslich in Luft auf, als er Angie das
erste Mal „live“ gegenüberstand. „Natürlich machte ich
mir später Gedanken darüber, ob sich Angie in
Deutschland wohlfühlen wird. Inzwischen hat sie sich
aber richtig gut eingelebt: Sie besucht einen
Deutschkurs, schliesst neue Freundschaften – und sogar
an die tiefen Temperaturen hier im hohen Norden hat sie
sich schon gewöhnt.“
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